• Ein Junge sprayt ein buntes Graffiti mit einem Fahrrad als Symbol.

5 Fragen an ...

Marktl. Interview von Andrea Obele mit Lea Moosreiner, 29 Lehrerin an der Schule im Antoniushaus, und Daniel König, 34 Sozialpädagoge im Fachdienst

Porträt einer Frau und eines Mannes

Lea, welche Rolle spielt Musik in deinem eigenen Leben - und was nimmst du daraus für die Arbeit mit den Jugendlichen mit? 
Musik begleitet mich schon seit der Kindheit. Ich singe gern, bei den Pfadfindern erlebe ich, wie gemeinschaftsstiftend Musik sein kann, und gestalte im kirchlichen Kontext Gottesdienste musikalisch. In der Arbeit mit den Jugendlichen erlebe ich immer wieder aufs Neue, dass Musik Räume öffnen, Verbindung schaffen und den Mut geben kann, etwas einfach auszuprobieren. Und einfach zu machen!

Daniel, du bist auch aktiver Musiker. Was sind deine Erfahrungen?
Ich hatte mit 12 Jahren tatsächlich selbst Schlagzeug in einer Schülerband gespielt. Das hat damals meine sozialen Kontakte geprägt und war eine gute Basis für mein musikalisches Leben in späteren Bands. Auch sind durch die Musik für mich wichtige Freundschaften entstanden.

Lea, warum kann Musik Jugendlichen helfen, die mit der Schule schwierige Erfahrungen gemacht haben?
Musikunterricht ist halt mal ganz anders als Mathe oder Deutsch, über die Musik hat man einen anderen Zugang zu den Kindern und sie auch zu einem als Lehrer. Die Jungs können sich Ausprobieren, vielleicht ein neues Interesse in der Musik entdecken und dadurch in ihren Talenten wachsen, kleine Erfolgserlebnisse haben, wenn anderes vielleicht nicht so gut läuft. Musik ist auch manchmal einfach Balsam fürs Herz und tut gut und schafft schöne Momente.

Daniel, was lernen die Jugendlichen in der Band außer Musik?
Sie lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, zuzuhören und verlässlich zu sein. In einer Band funktioniert es nicht, wenn jeder nur für sich spielt oder kommt, wann er gerade Lust hat. Pädagogisch spannend ist, wenn die Jugendlichen solche Themen dann selbst bemerken und dann auch Probleme untereinander klären.

Lea, woran merkst du, dass die Jugendlichen durch die Band wachsen?
Alle, mit denen wir zusammenarbeiten, sind überaus engagiert in dem, was sie tun: Wir alle wollen die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen bestmöglich begleiten. Jeder kleine Fortschritt in der Entwicklung eines Kindes kann eine Verbesserung der Situation insgesamt bedeuten – das sind oftmals Nuancen. Diese wahrnehmen zu können, motiviert nicht nur, sondern es verbindet uns auch miteinander im gemeinsamen Ziel, junge Menschen zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen.

Interview und Foto: Andrea Obele

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